Microsofts To Do: Wirklich wunderbar?

Als die Berliner Wunderkinder verkündeten, dass sie von Microsoft übernommen werden, war der Aufschrei in der Community groß. Die einen fühlten sich verraten, die anderen feierten den Deal, immerhin eine der wenigen großen Übernahmen von einem deutschen Start-up. Recht schnell gab dann Microsoft auch bekannt, dass man Wunderlist, das Flaggschiff des Start-ups, nicht weiter entwickeln wolle. Stattdessen brachte man To Do auf den Markt, ein Produkt mit einem wenig origi

nellen Namen, was aber zur Nomenklatur des Softwareriesen passt.

Seit einem Jahr ist das Produkt jetzt auf dem Markt, und anders als bei den klassischen Office-Produkten, die schon jeder hatte, musste To Do erst einmal bekannt werden. Der langweilige Name wird glücklicherweise nicht durch das Userinterface bestätigt, dieses ist modern und hat sogar Emojis, mit denen man etwas Farbe in die Tasks bringen kann. Eine der besten Funktionen ist, dass man sofort sieht, welche Aufgaben man heute hat – andere haben das zwar auch, aber nicht immer als Standardbildschirm. Besonders gut macht sich das in der iPhone- und der Android-App. Offenbar hat man von Wunderlist nicht nur Funktionen übernommen, sondern auch etwas über Design gelernt.

Gratis mit Anmeldung

Was bei To Do wie jetzt bei allen Microsoftprodukten notwendig ist, ist die Anmeldung mit seinem Account beim Softwareriesen. Wer sonst dessen Produkte nicht nutzt, wird etwas genervt sein. Die gute Nachricht ist, dass To Do kostenlos ist, solange man seine Daten nach Seattle schickt. Wer bislang ein Wunderlist-Benutzer war, wird wahrscheinlich jetzt die neue To Do App benutzen. Wer aber bereits andere Aufgabenverwaltungen benutzt, muss mit diesen schon sehr unzufrieden sein, um sie aufzugeben. To Do ist ein solides Produkt, aber man braucht es nicht so dringend wie Word oder Outlook, und man kann sich auch mit den Alternativen in der Office-Umgebung bewegen. Immerhin kann man sagen, dass To Do wesentlich ausgereifter ist als der Taskmanager von Google.